Steep Time (Die Geschichte vom reifer werden...)
Unter Steeptime versteht man im Mixer Slang die Reifezeit, die Zeit in der flüchtigen Aromamoleküle in einem Aroma sich verändern, sich im Mix verhalten.
Es ist ein Thema über das es zig tausende Meinungen gibt, aber man kann hier definitv ein paar Parameter festnageln.
Viele Aromen sind direkt nach dem Mischen bereits dampfbar und zeigen ihre volle Geschmackskraft ab der ersten Minute, oft sind dies hellere Fruchtnoten (Erdbeere, Himbeere, Ananas, Kiwi).
Solche Aromen brauchen max. 3-5 Tage Reifezeit
Mittelschwere Aromen wie Creams, Kuchenaromen, Nussaromen sind nach ca 5-10 Tagen in den Mix eingesunken.
Schwere Aromen wie Tabak, Caramel, Kaffee, Eucalyptus, brauchen teilweise 4 Wochen oder mehr!
Wie wirkt sich das nun auf unseren Mix aus.
Wir nehmen mal ein Clone eines Dinner Lady Lemon Tart Liquids.
Die Hauptnoten darin sind FA Lemon Sicily, CAP Lemon Meringe Pie, JF Yellow Cake und mehr.
Die Kunst an einem guten Clone ist die FA Lemon Sicily so weit zu pushen, dass sie die Reifezeit der Kuchenaromen überlebt, deshalb hat eine frische Flasche Dinner Lady bei der ersten Öffnung diese helle, fast schon penetrante Zitronennote, diese fällt je länger die Flasche offen ist, immer weiter nach hinten.
Deshalb rate ich den Leuten die sich sowas anmischen - macht kleine Mengen wie 30ml und dampft das leer.
Bei einem Tabak, Himbeer, Caramel Mix an dem ich aktuell arbeite, ist es enorm mühselig die Himbeere so stark zu pushen, dass sie die Fruchtigkeit behält, sich aber nicht störend durch die Tabakaromen frisst.
FLX Red Burley und Cured Tobacco sind zwei Aromen die gut 5 Wochen benötigen bis die richtig nach Pfeifentabak schmecken, mein Tester hier der ist nun 3 Wochen alt und ich merke, ich habe die falsche Himbeere benutzt, den CAP Rasperry ist ein sehr leichtes Aroma, dieses nimmt man momentan nur noch als störendes, fast schon chemisches Element war.
Steeptime lässt sich mehr oder weniger festhalten in dem man den Mix in die Anteile von leichten, mittelschweren und schweren Aromen aufteilt und so beruteilt ob der Mix kräftig oder eher leichter sein wird.
Bei meinen Testmixes schreibe ich dazu immer das Datum auf und prüfe die Veränderungen über einen Zeitraum von 4 Wochen.
Meiner Freundin habe ich im Sommer ihr Lieblingsliquid gemischt, Melone/Honeysuckle/Eucalyptus
Neulich hat sie dann den letzten Rest in ihren Squape gefüllt und die Suppe war richtig dunkel.
Geschmeckt hats ok, aber viel von der Strahlkraft am Anfang eingebüsst, im Gegenteil.
Neu gemischt war das ein kühler, fruchtiger Sommervape, jetzt aber mehr ein Sirup, fast schon medizinal.
Hab ihr gestern eine neue Flasche mitgebracht und wir waren beide sehr erstaunt wie viel heftiger der Mix ganz frisch schmeckt.
Methoden wie Ultraschallbad, Tauchbäder in warmem Wasser helfen um einen Mix kurzzeitig zu beschleunigen, aber ein Mix braucht seine Zeit bis die vielen Aromen sesshaft geworden sind.
Etwas was ich euch nicht empfehlen kann ist einen Milchschäumer zu verwenden!
Milchschäumer helfen zwar den Mix blitzschnell zu mixen, aber man bringt sehr viel Luft mit in die Mixtur, und daran heften sich gerne die ganz flüchtigen, leichten Aromamoleküle, und sobald ihr die Flasche aufmacht, entweicht diese Menge und der Mix fällt schneller zusammen.
Wärme tut den Liquids ja generell nicht gut, daher vermeidet das anwärmen jeglicher Art.
Mix schütteln, Kappe für 30min ab, stehen lassen, Kappe drauf und der Rest macht das Liquid von alleine.